Meldungen 2021

21.04.2021

Fachartikel zu Epidermolysis bullosa aus dem EB-Clinet

Eine zusammenfassende Übersicht von Thomas S., Beauftragter der IEB e. V. DEBRA Deutschland für internationale Kontakte:

Das Clinical Network of EB Centres and Experts (EB-Clinet) stellt ein Netzwerk von Fachleuten dar, das die medizinische Versorgung von EB-Betroffenen verbessern soll.

https://www.eb-clinet.org/

Im Rahmen des jüngsten EB-Clinet-Newsletters wurde auf verschiedene Fachartikel verwiesen, die im Folgenden kurz umrissen werden sollen.

Hinweis:
Es handelt sich hier um eine stark verkürzte Zusammenfassung von englischsprachigen Fachartikeln. Für die inhaltliche Richtigkeit und korrekte Übersetzung kann ausdrücklich keine Gewähr übernommen werden. Der Abriss soll lediglich einen Überblick über Ansätze und Entwicklungen bieten. Gegebenenfalls kann die Übersicht als Anhalt für behandelnde Ärzte herangezogen werden, mit der Möglichkeit, sich weiter zu informieren.

Asian Journal of Anesthesiology

http://www.aja.org.tw/articles/content.php?id=269&flag=1

Aufgrund der bei EB-Betroffenen häufig sehr eingeschränkten Mundöffnung gestaltet sich die Intubation bei Vollnarkosen äußerst schwierig. Der Artikel befasst sich mit der Frage, wie die Beatmung während einer Operation unter Vollnarkose bei EB-Patienten gewährleistet werden kann.

Es wird verdeutlicht, dass aktuell für Operationen von EB-Patienten keine Standards existieren. Die in diesem Artikel beschriebenen Erfahrungen können möglicherweise als Leitfaden herangezogen werden, um Komplikationen zu vermeiden.

Ungeachtet der Anästhesie-Fragen wird in dem Beitrag hervorgehoben, dass eine detaillierte Beurteilung vor der Anästhesie, ein teambasierter Ansatz und die Koordination zwischen Dermatologen, Chirurgen, Krankenschwestern/-pflegern und Anästhesisten der Schlüssel zur Verhinderung von Schäden und zur Vermeidung von Komplikationen bei EB-Patienten die wesentliche Basis für einen Eingriff darstellen.

Science Direct

https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0965206X20301352?via%3Dihub

Insbesondere bei der autosomal rezessiven dystrophischen Epidermolysis bullosa (RDEB) treten sehr häufig wiederkehrende Blasenbildung mit nicht heilenden Geschwüren auf, die wiederum häufig durch Plattenepithelkarzinome (SCC) kompliziert werden.

Der Bericht setzt sich mit der Wirksamkeit der FUE-Transplantation (Single Follicular Unit Extract) zur Heilung chronischer Geschwüre auseinander. Durch die Behandlung konnte der Bereich der behandelten Geschwüre um 80% reduziert werden. Zudem konnte eine verbesserte Kollagen VII Situation an den Empfängerstellen festgestellt werden.

Bei der Behandlung wurden einzelne Haarfollikeleinheiten aus der Kopfhaut extrahiert und auf die chronischen Wunden gepfropft. Die meisten behandelten Geschwüre heilten in einem Monat mit anhaltender Verbesserung ab. Es besteht die Vermutung, dass die Verankerungsfibrillen einige Funktionen (aus den Kopfhautfollikeln heraus) wiedererlangen. Bei diesem Verfahren wurden die eigenen Haarfollikel des Patienten ohne weitere Veränderung verwendet. Daher sei es ein einfaches und sicheres Verfahren, das eine innovative Lösung für nicht heilende Geschwüre darstellen könnte.

Hervorzuheben ist, dass für die FUE-Transplantation mit den eigenen Kopfhautfollikeln des Patienten keine „Manipulation“ im Labor einhergeht. Es sei sicher und einfach durchzuführen. Die Follikeltransplantation scheint für die Heilung widerspenstiger Wunden wirksam zu sein und bietet eine innovative Lösung für RDEB-Patienten mit solchen Wunden.

Orphanet Journal of Rare Diseases

https://ojrd.biomedcentral.com/articles/10.1186/s13023-021-01697-5

Aufgrund seiner ständigen Benutzung bei täglichen Aktivitäten ist die Hand fortwährend einem Risiko für kleinste Verletzungen (Mikrotraumen) ausgesetzt. Die Hand ist daher eines der am stärksten von der Krankheit betroffenen Organe mit stark behindernden Deformitäten. Die Handchirurgie steht hier regelmäßig vor großen Herausforderungen.

In dem Artikel werden die Erfahrungen einer speziellen mikrochirurgischen Behandlung (gemäß einem festgeschriebenen Protokoll) beschrieben. Im Ergebnis wurden eine deutliche Reduzierung des Krankenhausaufenthalts, der Heilungszeit sowie der Schmerzen beim Verbandswechsel festgestellt.

07.10.2021

Physiotherapie bei Epidermolysis bullosa: Leitlinien für die klinische Praxis

DEBRA International veröffentlichte jetzt Leitlinien für die klinische Praxis im Orphanet Journal of Rare Diseases.

Die Leitlinien wurden erstellt, um evidenzbasierte Interventionen und beste klinischen Praktiken für das physiotherapeutische Management von Menschen mit EB bereitzustellen. Innerhalb der internationalen EB-Gemeinschaft wurde eine Umfrage durchgeführt und es wurden sechs vorrangige Bereiche identifiziert, die in den Leitlinien behandelt werden sollten:

  • Erreichen entwicklungsmotorischer Meilensteine
  • Identifizierung sicherer und funktionaler Mobilität in der natürlichen Umgebung
  • Förderung der Gehausdauer (Bewegung, Gehen)
  • Unterstützung der sicheren Belastbarkeit
  • Verbesserung des Zugangs zu physiotherapeutischen Leistungen und
  • Optimierung der Interaktion mit der Community.

Mehr dazu und Download der Leitlinien auf der Webseite von DEBRA International.

18.10.2021

"Wir brauchen mehr Aufmerksamkeit, Verständnis und Unterstützung."

In der 5. Ausgabe der „Seltenen Einblicke“ geben Schmetterlingskind Maja und ihr Vater Einblicke in Majas Leben mir Epidermolysis bullosa junktionales non Herlitz. Zum Artikel…

„Seltene Einblicke – von und für Menschen mit Seltenen Erkrankungen“ ist ein Gemeinschaftsnewsletter der ACHSE e. V., in dem Betroffene und Angehörige ganz persönliche Einblicke in ihr Leben mit einer Seltenen Erkrankung sowie Tipps und Informationen zu diesem Thema geben.

Bild: ACHSE e.V.

16.11.2021

RTL-Spendenmarathon 2021

Am 18.11.2021 findet der 26. RTL-Spendenmarathon statt.

Bereits am 14.11.2021 begann die Berichterstattung mit der Reportage „Stars im Einsatz – Die RTL-Spendenmarathon-Reportage“ mit den diesjährigen ausgewählten Kinderhilfsprojekten (ab 10:30 Uhr). Bis zum Beginn des RTL-Spendenmarathons werden die ganze Woche über immer wieder in den verschiedenen Formaten des RTL-Programms die Pat:innen und Kinderhilfsprojekte gezeigt. Auch unser Projekt aus dem Jahr 2019 ist dabei.

Seinerzeit hatte die IEB e. V. DEBRA Deutschland die großartige Gelegenheit, am 24. RTL-Spendenmarathon teilzunehmen. Unsere Patin war Victoria Swarovski, die zusammen mit einer betroffenen Familie auf die seltenen Erbkrankheit Epidermolysis bullosa (EB) aufmerksam machen konnte. Zum Rückblick…

Mit der gigantischen Spendensumme in Höhe von 465.658 Euro konnte das Kinderkrankenhaus Auf der Bult in Hannover ein Verbandszimmer für EB-Patienten einrichten und die Outreach Nurse bekam ein eigenes Fahrzeug. Das EB-Zentrum in Datteln wird von dem Geld einen OP-Raum einrichten. Beide Kliniken haben an unserem Jahrestreffen von diesen Projekten berichtet.

Foto: MG RTL D/Andreas Friese/DEBRA Deutschland